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Wechseljahre: Sind frei verkäufliche Mittel sinnvoll?


Bild: Nico Tapia/dpa-tmn

Uff, schon wieder aufsteigende Hitze! Um besser mit den Beschwerden der Wechseljahre zu leben, muss es doch ein Mittel geben, oder? 

Nicht nur eines. Neben verschreibungspflichtigen Hormontherapien versprechen auch allerlei frei verkäufliche Präparate Linderung. Dazu zählen pflanzliche Arzneimittel, beispielsweise mit Traubensilberkerze oder Rhapontikrhabarber. Und dann gibt es noch Nahrungsergänzungsmittel, etwa mit Extrakten aus Soja oder Rotklee, die Frauen aus den Regalen der Drogeriemärkte anlachen. 

Nur: Wie wirksam sind frei verkäufliche Mittel? Dieser Frage ist «Öko-Test» nachgegangen. Die Redaktion hat zwei Pharmazeuten darum gebeten, die Wirksamkeit von sechs pflanzlichen Arzneimitteln und 17 Nahrungsergänzungsmitteln einzuschätzen (Ausgabe 10/2026). 

Nahrungsergänzungsmittel? Müssen laut «Öko-Test» nicht sein

Geht es um Nahrungsergänzungsmittel, die sich an Frauen in den Wechseljahren richten, zieht «Öko-Test» ein klares Fazit: Das Geld dafür können Frauen sich sparen. 

Dazu muss man wissen: Anders als Medikamente müssen Nahrungsergänzungsmittel keinen Zulassungsprozess durchlaufen, bei dem ihre Wirksamkeit belegt werden muss. Rechtlich gelten sie als Lebensmittel. Das heißt, sie sind nicht dazu gedacht, Krankheiten bzw. gesundheitliche Beschwerden zu heilen bzw. zu lindern. 

Allzu viel sollten sich Frauen von den Kapseln und Tabletten also nicht versprechen. 

Die meisten Nahrungsergänzungsmittel in der «Öko-Test»-Auswahl enthalten Isoflavone, etwa aus Soja oder Rotklee. Immerhin: Das Test-Team verweist auf die S3-Leitlinie «Peri- und Postmenopause», die nahelegt, dass mindestens 30 Milligramm Isoflavone pro Tag Wechseljahresbeschwerden günstig beeinflussen können. 

Wechselwirkungen und irreführende Aussagen 

Nahrungsergänzungsmittel bergen aber auch Risiken: Kommen mehrere pflanzliche Stoffe in einer Kapsel oder Tablette zusammen, erhöht sich das Risiko für Wechselwirkungen. 

Die Testerinnen und Tester kritisieren zudem irreführende gesundheitsbezogene Aussagen einiger Hersteller - etwa zu Vitamin B6, das viele der Mittel enthalten. Für dieses Vitamin ist zwar die Aussage erlaubt, dass es zu einer normalen Regulierung der Homontätigkeit beiträgt. 

«Allerdings, schränkt unser Gutachter ein, betreffe das gar nicht jene Hormone, die in den Wechseljahren eine entscheidende Rolle spielen», schreibt «Öko-Test». Den wechseljahrestypischen Rückgang von Östrogen und Progesteron kann Vitamin B6 demnach weder verhindern noch ausgleichen. 

Pflanzliche Arzneimittel: Wirksamkeit ist belegt

Traubensilberkerze und Rhapontikrhabarberwurzel: Auf diese Wirkstoffe setzen frei verkäufliche pflanzliche Arzneimittel gegen Wechseljahresbeschwerden. Ihre Wirksamkeit zur Linderung von etwa Hitzewallungen und übermäßigem Schwitzen ist «Öko-Test» zufolge gut belegt. 

Drei der sechs pflanzlichen Arzneimittel in der Auswahl bekommen dennoch Punktaufzug aufgrund von Inhaltsstoffen, die die Testerinnen und Tester kritisch sehen. So enthalten die drei Medikamente Talkum, das die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) als «wahrscheinlich krebserregend» einstuft. Zwei Arzneimittel enthalten außerdem den kritischen Weißmacher Titandioxid, der seit 2022 in der EU in Lebensmitteln verboten ist. 

Wie Frauen das passende Mittel finden 

Sich auf gut Glück einfach ein Präparat rauszusuchen, ist keine Strategie, zu der Fachleute raten. Besser ist, sich von Gynäkologe oder Gynäkologin individuell über die Optionen beraten lassen. Frauen mit Brustkrebs etwa sollten auf Präparate mit Isoflavonen besser verzichten.


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(24.09.2026)


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